TSARANG TSUNMAI LOBDRA

Nonnenschule in Tsarang, Nordmustang, Nepal

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. . . . . . In der neu eingerichteten Nonnenschule in Tsarang werden zur Zeit sechzehn Mädchen unterrichtet; In the new nunnery school of Tsarang in North-Mustang presently sixteen girls are admitted

In den schwer zugänglichen und von Städten weit entfernt gelegenen Gebieten in Nepal, so auch in Mustang, sind mangelnde medizinische Versorgung und Ausbildung nach wie vor ein grosses Problem und tragen u.a. entscheidend zur Abwanderung in andere Regionen bei. Von der Schulausbildung ausgeschlossen werden vor allem Mädchen und junge Frauen, die im allgemeinen auch nur selten in die staatlichen Schulen geschickt werden. Ein vorrangiges Ziel von HimalAsia in Mustang ist daher die Förderung junger Mädchen und damit verbunden die Einrichtung buddhistischer Nonnenschulen, da hierfür die Akzeptanz in der Bevölkerung besonders gross ist.

Dank der grosszügigen Unterstützung durch Ministerpräsident Herrn Dr. Erwin Teufel und das Staatsministerium von Baden-Württemberg wurde im Frühjahr 1999 in Tsarang, der zweitgrössten Ortschaft in Nordmustang mit etwa 720 Einwohnern, die Tsunmai Lobdra Schule für Nonnen eröffnet. Es handelt sich hierbei um die bisher einzige Nonnenschule im gesamten Mustang-Distrikt. Dieses Projekt wäre nicht denkbar gewesen ohne die dankenswerte Vermittlung und den Einsatz von Honorargeneralkonsulin Frau Ann-Katrin Bauknecht.

Von Anfang an hat sich vor allem die Nichte des Raja von Mustang, Maya Bista, die in Tsarang auch das Village Development Committee (VDC) leitet und von der Dorfgemeinschaft in dieses Amt gewählt wurde, für die Entstehung der Nonnenschule eingesetzt und die Organisation in ihre Hand genommen. Die hier aufgenommenen Mädchen können jederzeit die Schule verlassen und sind nicht an den Orden gebunden.

Es sind mittlerweile schon sechzehn Mädchen, zwischen sieben und elf Jahren, die eine Grundausbildung über vier Jahre erhalten. Alle Kinder stammen aus Tsarang und der näheren Umgebung, so dass es bisher nicht notwendig war, eine Internatsschule, welche auch Schlafräume zur Verfügung stellen würde, einzurichten. Der Unterricht beginnt morgens um acht Uhr und dauert bis zum frühen Nachmittag an. Die sechzehn Schülerinnen werden von zwei Lehrkräften unterrichtet. Ihnen wird Lesen und Schreiben sowohl in Nepali als auch Tibetisch beigebracht, so dass sie zukünftig u. a. auch die traditionellen Texte, die in Tibetisch abgefasst sind, verstehen und rezitieren können.

Ferner erhalten sie Unterricht in Grundfächern wie Mathematik, Geographie etc., aber auch in Englisch, um so Grundlagen für zukünftige Weiterbildung zu schaffen. Da die Geschichte und Kultur Nordmustangs und Tibets schon immer eng miteinander verknüpft war, ist es dem Lehrpersonal desweiteren wichtig, über den entsprechenden kulturellen Zusammenhang dieser Region Wissen zu vermitteln.

Bisher wurde der Unterricht in einem, vom VDC in Absprache mit der Bevölkerung zur Verfügung gestellten Haus in Tsarang durchgeführt; demnächst jedoch ist geplant, mit der gesamten Schule in neue Räumlichkeiten umzuziehen, die für den Unterricht besser geignet sind und gerade von den Einwohnern Tsarangs renoviert werden.

Es ist grundsätzlich zu überlegen, ob die Nonnenschule zukünftig ausgebaut werden soll, bzw. hier eine Internatsschule für nicht aus Tsarang stammende Mädchen eingerichtet werden kann. Nonnenklöster existierten ursprünglich an verschiedenen Orten in Nordmustang, doch sind heute nur noch Ruinen dieser einstigen geistigen Lehrstätten verblieben, die es seinerzeit auch jungen Frauen in Mustang ermöglicht hatten, Bildung zu erhalten. Sowohl die Familie des Raja von Mustang als auch die Bevölkerung in Nordmustang würden es sehr begrüssen, wenn es in Zukunft gelänge, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen, um damit vor allem die Aus- und Weiterbildung junger Mädchen und Frauen zu unterstützen. Darüberhinaus wäre dies ein Beitrag zum Erhalt des bedrohten kulturellen Erbes des ehemaligen kleinen Königreiches mit seiner einzigartigen tibetischen Kultur.

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